Erfahrungen austauschen und Anregungen sammeln
Niederbayerische Ernährungsbauern und -bäuerinnen treffen sich

eine Gruppe Menschen vor einer Holz- und Fensterwand. Links davon ein Rollup "Schule geht auf den Bauernhof".Zoombild vorhanden

© Teresa Zistler

Jede Menge Anregungen nahmen neun niederbayerische Erlebnisbäuerinnen und ein Erlebnisbauer vom Arbeitstreffen im Infozentrum Isarmündung in Maxmühle im März 2025 mit nach Hause. Vorbereitet hatten es die niederbayerischen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF), federführend Birgit Ingerl vom AELF Abensberg-Landshut.

Die Teilnehmenden

  • überwiegend aus dem südöstlichen Niederbayern
  • Versierte und Neueinsteigerinnen
  • Erlebnisangebote fast ausschließlich für Grundschulkinder
  • meist tiergestützte Angebote mit Huhn, Schwein, Rind wie "Vom Rind zum Burger" oder "Vom Ei zum Huhn"
  • außerdem Erlebnisangebote zu Acker, Boden, Wasser und Getreide
„Wasserreiche Waldführung mit erlebnispädagogischen Elementen"
Waldpädagogin Lena Konofsky lieferte zahlreiche Inspirationen, indem sie mit den Erlebnisbäuerinnen eine Führung zu Wasser und Wald rund um das Infozentrum unternahm. Ihre Ideen verblüfften sogar die Profis. Sie schaffte es mühelos, die Erwachsenen wie sonst die Kinder aktiv werden zu lassen. So stellten sie pantomimisch den Weg des vermeintlich immer ausreichend vorhandenen Wassers dar: vom Fließgewässer über die Verdunstung zum Regen, der auf den Boden fällt, versickert und sich wieder zur Quelle sammelt. Sie fragte, wie viel Liter Wasser ein Mensch wohl täglich im Schnitt verbraucht und ließ die Menge mit Wasserflaschen aufbauen.
Themen übertragen
Viele Bauerhöfe hätten einen Brunnen. So sei es möglich, die Kinder die Wassermenge aus diesem schöpfen zu lassen. Da zu den meisten landwirtschaftlichen Betrieben auch Waldbesitz gehört, kann auf den Erlebnisbauernhöfen auch die Frage beantwortet werden, inwieweit der Wald im Alltag jedes Einzelnen hereinspielt. Ob Erholungsfunktion oder Heizmaterial, ob zum Heizen oder als Bauholz – jeder Funktion wurde einer Gruppe zugeordnet. Kärtchen mit den Funktionen wurden am Boden verteilt und durch Äste, die die Gruppe im Wald sammeln musste, verbunden. In diesem wie in weiteren Spielen zeigte sich, wie sehr die verschiedenen Phänomene miteinander verbunden sind.

Anregungen einer Waldpädagogin

  • Wasser und Wald eignen sich auch als Themen auf einem Bauernhof
  • mit allen Sinnen wahrnehmen: die Temperatur im Wald spüren, den Gesang der Vögel hören
  • Themen veranschaulichen und die Kinder selbst handeln lassen
  • Prozesse pantomimisch darstellen
  • mit natürlichem, gesammelten Material wie Zweigen etwas darstellen
Auch mit 5. bis 10. Klasse arbeiten
Angelika Wenhart aus Fraunberg ist eine der wenigen, die auch mit Schülern der 5. bis 10. Klasse arbeitet – Altersgruppen, bei denen viele Erlebnisbäuerinnen eher zurückhaltend sind. Wenhart gab Beispiele für kritische Fragen nach Spritzmitteln oder schweren Geräten auf dem Acker. Sie erkläre den Schülern dann, dass diese ja auch Medizin bekämen, wenn sie krank seien. Sie lässt die Kinder bewerten, ob es mehr Sinn macht, mit einer Arbeitskraft und einer großen Maschine die Feldarbeit in kürzerer Zeit und weniger Fahrwegen zu bewältigen, als mit kleineren Maschinen, mehr Personal, größerem Zeitaufwand und häufiger über das Feld zu fahren.
Auf Transparenz setzen
Wenharts Erfahrung nach sind eher kritische Lehrkräfte als kritische Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung. Hier setzt sie auf Transparenz und erklärt beispielsweise, dass es Milch in der Kühltheke nur gibt, wenn die Kälber von den Kühen getrennt werden. Und sie stellt klar, dass Landwirtschaft eben kein Hobby, sondern ein Beruf ist, von dem am Ende des Tages eine Familie leben muss.
„Alles, was Kinder selber machen dürfen, bleibt im Kopf. Was für unsere Kinder selbstverständlich ist, ist für die Kinder in den Erlebnisführungen das Highlight.“ Angelika Wenhart

Online-Buchung als Arbeitserleichterung
Ines Wellenhofer stellte den online-buchung-service.de vor, eine Tochter des Tourismusverbands Ostbayern. Dort können sich Erlebnisbäuerinnen anmelden, zahlen eine Jahresgebühr und weitere prozentuale Gebühren, je nachdem über welches Portal eine Buchung stattfindet. Vorteile sind die direkte Bezahlung bei Buchung einer Führung, höhere Planungssicherheit und die Möglichkeit, dass Kunden auch außerhalb der Geschäftszeiten buchen können. „Schließlich haben sie als Anbieter genug Arbeit.“
Eine Pinwand mit bunten beschrifteten Zetteln zu der Frage: "Erlebnis Bauernhof im 13. Jahr - Was läuft gut?"

Zettelabfrage nach: Was klappt gut? Was könnte besser laufen? Was wünschen wir uns? Welche Visionen haben wir?

Fazit
Insgesamt zeigten sich die Anwesenden sehr zufrieden mit der Kommunikation mit den ÄELF und den Fortbildungsangeboten. Ihnen macht die Vermittlung der Landwirtschaft nach wie vor Spaß und sie haben einige Visionen, beispielsweise sich noch weitere Zielgruppen zu erschließen. Die Zeichen dafür stehen positiv: das Programm wurde nach erfolgreicher Evaluation bis 2027 verlängert. Derzeit läuft es im 13. Jahr. Jedes Jahr werden weitere Betriebe für das "Programm Erlebnis Bauernhof" qualifiziert. Derzeit gibt es in Bayern 922 qualifizierte Betriebe, davon sind 76 Prozent Hauterwerbsbetriebe, 23 Prozent wirtschaften ökologisch.
„Eigentlich ist das großartig: Wir bekommen Geld dafür, dass wir Werbung für unseren Hof und die Landwirtschaft machen.“ Ein Erlebnisbauer.